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Dienstag, 7. September 2010
 
 
Wägesysteme – zentral wichtig PDF Drucken E-Mail

kb_waegesyst_1s.jpgHaben Sie einmal in die Küche eines Sternerestaurants geschaut? Ok, es darf auch ein bescheideneres Etablissement sein. In jedem Fall aber passiert dort, beim Chef und seiner Brigade das Wesentliche eines Restaurationsbetriebs, das, was eine renommierte Gaststätte eben ausmacht: Das Portionieren der frisch eingekauften und kontrollierten Ingredienzien, wie sie für die nachfolgende Verarbeitung benötigt wer­den. Und eben dies – etwas nüchterner, dafür voll integriert und ab­gesichert – erledigen in Pharma- und Lebensmittelbetrieben moderne Wägesysteme.

Heisst es Wäge- oder Wiegesystem? Wir entscheiden uns hier für das Erstere. Obwohl auch Waagen wiegen (ein Eigengewicht haben), besteht ihr Zweck klar im Wägen. Der Duden spricht bei dieser Variante von „fachsprachlich“, auch von „veraltet“. Für Interessierte hier noch die grammatikalische Unterscheidung zwischen dem intransitiven „wiegen“ (Elsa wiegt 49 kg) und dem transitiven „wägen“ (Ich wäge die Zutaten für den Geburtstagskuchen, oder auch: Der Investor wägt das Risiko beim Aktienkauf ab).

Betonung auf „-system“

Sicher, das Gerät zur Gewichtsbestimmung ist auch im neusten Betrieb noch immer eine Waage. Vielleicht als massive im Boden eingelassene Plattform für Tonnagen, vielleicht als feines staub- und vibrationsgeschütztes Instrument im Analytiklabor oder auch als handfeste Kilowaage im Produktionsbereich. Das Gemeinsame dieser recht unterschiedlichen Geräte ist – im modernen Produktionsbetrieb jedenfalls – ihre Einbindung in ein Wägesystem. Dieses wiederum steht im Dialog mit dem über­geordneten ERP-System (ERP, Enterprise Resource Planning). Dass präzise Waagen unabdingbar sind für die Produktqualität, aber auch für die Lagerbewirt­schaftung, liegt auf der Hand. Dazu müssen sie leicht zu bedienen und absolut be­triebssicher sein, indem sie Fehlabwägungen schlicht nicht zulassen. Und wenn der Behälter aus dem Lager leer geschöpft ist, bevor das in der Rezeptur vorgegebene Sollgewicht erreicht wird? In diesem Fall, druckt die Waage für die zweite Teilmenge dem Füllgut eine separate Etikette mit Produktherkunft und Chargen­nummer mit auf den Weg zur Fabrikation. Produktintegrität und Rückverfolgbarkeit bleiben gewähr­leistet.

Das Ende der Insellösungen

Spätestens seit GMP (Good Manufacturing Practice) bei Pharma-, und auch bei Lebensmittelbetrieben „state of the art“ ist, müssen Waagen, aber auch andere Mess- und Kontrollgeräte entlang der Logistikkette in ein System eingebunden sein. Lokal ausgedruckte Wägecoupons oder der Ware beigelegte Excel-Auswertungen sind sicher korrekt und bleiben bei rigoros angewendeten Vorsichtsmassnahmen (ver­schliessbare Behältnisse etc.) zuverlässig beim Produkt – doch dies genügt nicht, nicht mehr, jedenfalls.

Heute verlangen US-, EU- und CH-Richtlinien Rückverfolgbarkeit, d.h. der Hersteller kann jederzeit Auskunft geben auf die Fragen: Was enthält das Produkt und woher stammt der Rohstoff? Wann wurde wieviel davon produziert und wohin gelangte die Fertigware? Dies aber bedeutet nichts anderes als die lückenlose Auf­zeichnung der Artikeldaten durch alle Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebs­stufen. Lieferun­gen, Lagereinheiten und Herstellungslose müssen individuelle Char­gen- oder Seriennummern tragen. Bei Beanstandungen und spätestens bei Rückruf­aktionen kommt der Möglichkeit einer lückenlosen Rückverfolgung enorme Bedeutung zu.

Und wie sieht all dies in der Praxis aus?

Die geschilderten Prozeduren klingen arg nach Grossbetrieb und Administration. Dass dem nicht so sein muss, beweist eine Schweizer KMU aus der Pharma- und Diagnostikabranche. Vor über 50 Jahren begann PENTAPHARM (Aesch / BL) mit Forschung, Entwicklung und Herstellung von Wirkstoffen für die pharmazeutische diagnostische Industrie. Inzwischen hat sich DSM Nutritional Products AG, Branch Pentapharm zu einer dynamischen, wissenschaftlich ausgerichteten Firma mit 150 Angestellten entwickelt. Ihre modernen Methoden in Forschung und Produktion entsprechen voll den ISO 9001- und den oben erwähnten GMP-Anforde­rungen, was auch durch US-amerikanische (FDA, Food and Drug Admi­nistration) und nationale Instanzen überprüft wird.

Die „Daten­hoheit“ in dieser anspruchsvollen Produktionsumgebung liegt beim inte­grierten ERP-II-System CASYMIR. Dieses sorgt dafür, dass alle erfassten Daten voll genutzt werden für eine sichere Produktion, bei welcher z.B. Barcode-Scanner menschliche Lese- und Übertragungsfehler ausschliessen und für statistische Aus­wertungen, wie z.B. Lieferantenbewertungen.

Die Abbildung zeigt als Beispiel das durch CASYMIR unterstützte Wägen an einer der sechs Wägestationen für Wirk- und Hilfsstoffe, wo das System den Produkt­namen, die Auftragsnummer und den Lagerbestand ausweist, bevor es die Bedie­nungsperson explizit auffordert: „Bitte 7,8800 Kg einfüllen“. Rationell, benutzer­führend und toleranzhaltig, typisch CASYMIR.

 
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